Lepocinclis, Phacus oder was?

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Lepocinclis, Phacus oder was?

#1 Beitrag von SNoK » 25. November 2021, 12:15

Liebe Tümplerinnen und Tümpler,

leider fehlt mir die nötige Bestimmungsliteratur für Augentierchen. Deswegen komme ich nicht weiter mit einem Tierchen, das ich in meinem Gartenteich entdeckt habe. Es hat eine Geißel, einen Augenfleck, und keinen Schwanz oder Anhang. Es gäbe da wohl Phacus-Arten, die in Frage kämen, oder auch Lepocinclis-Arten. Wer kann helfen, oder auch Literatur nennen, mit denen man das bestimmen könnte? Der Huber-Pestalozzi "Das Phytoplankton des Süßwassers: Systematik und Biologie / Teil 4, Euglenophyceen" ist nicht zu bekommen. Ansonsten kenne ich nichts, mit dem man bestimmen kann. Ich habe natürlich den "Wassertropfen", den "Kosmos-Algenführer", und "Freshwater Algae" von Lund & Lund. Aber zur Bestimmung taugen die nicht.

Ich habe vier sehr ähnliche Bilder eingestellt, eins in einer Schwärfeebene, dass man den Ansatzpunkt der Geißel besser erkennen kann. Beim Durchfokussieren am Mikroskop haben ich kein einziges Mal einen Schwanz entdeckt, und auch keine zweite Geißel. Die Länge ist rund 30 µm.

Grüße
Stephan

P. S.: Wie ich feststelle, tut sich im Tümplerforum so gut wie nichts mehr, was ich sehr schade finde. Deswegen nutze ich zunehmen das Mikro-Forum. Eigentlich wäre es toll, wenn Tümpler/innen auch dieses Forum verstärkt nutzen würden.

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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#2 Beitrag von Michael » 25. November 2021, 16:39

Hallo Stephan,

ich kann Dir zwar nicht im konkreten Fall weiterhelfen, aber Literatur gibt es hier:
https://www.mikro-tuemplerforum.at/view ... f=27&t=763

Viel Erfolg

Michael

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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#3 Beitrag von SNoK » 25. November 2021, 17:19

Danke Michael für den Hinweis, aber die Artikel hatte ich mir seinerzeit schon runtergeladen. Es ist natürlich schwierig, aus Fallstudien einzelner Länder etwas abzuleiten, aber an Lepocinclis texta hatte ich schon gedacht (wird in der einen Veröffentlichung genannt). Davon ist auch eine Abbildung im "Simmelried-Buch" auf Seite 40.

Grüße
Stephan
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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#4 Beitrag von paramecium » 25. November 2021, 20:01

Hallo Stephan,

ich denke Phacus sp. können wir aufgrund der besonderen Formgebung der meist abgeplatteten bis charakteristisch gefalteten Zellen und dem fehlenden Zipfel am Ende ausschließen.

Lepocinclis würde ich eigentlich auch ausschließen. L. fusiformis kann wie E. gracilis sehr formvariabel sein, ist in der Regel jedoch langgezogen. Du meinst sicherlich L. texta aus der Arbeit "Euglenoids from the El Farafra Oasis" (S. 248, Fig. 4 e,f). Ich denke, die in der verlinkten Arbeit als besonderes Merkmal herausgestellte Einbuchtung am Kopfende von L. texta ist hier nur sehr undeutlich bis nicht gegeben. Vielleicht hast Du jedoch noch andere Details wahrgenommen, als in den Bildern gezeigt. Wolowski zeichnete diese Art noch in einer anderen Arbeit und deutet eine gestreifte Oberfläche an, welche typisch für einige Euglenoiden ist. Das wäre Dir sicherlich aufgefallen, nehme ich an.

Ich habe auch andere Grünalgen mit Pigmentflecken gefunden, die Deinen ähnlich sind, bei denen ich mir sicher bin, dass sie nicht zu den Euglenoiden zählen.

Viele Grüße

Thilo

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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#5 Beitrag von SNoK » 25. November 2021, 22:35

Lieber Thilo,

Phacus stokesii hat keinen Schwanz, könnte es also sein. Welche Grünalgen meinst Du, könnten es sein? Darüber habe ich vielleicht Literatur.

Grüße
Stephan
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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#6 Beitrag von paramecium » 26. November 2021, 10:08

Lieber Stephan,

es gibt sicherlich eine Reihe von Grünalgen, die solche pigmentierte Flecken besitzen, so auch die kleinen Chlamyodomonas. Ich bin mir da nicht so sicher, weil Algen nicht zu meinem Spezialgebiet gehören.

Viele Grüße

Thilo

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Re: Lepocinclis, Phacus oder was?

#7 Beitrag von SNoK » 26. November 2021, 12:38

Lieber Thilo,

Chlamydomonas hat immer zwei Geißel und ist ziemlich klein. Ich bin recht sicher, dass mein Organismus nur eine Geißel hatte, und mit 30-35 Mikrometer eigentlich zu groß für Chlamydomonas ist. Für die Gruppe habe ich übrigens sogar den Huber-Pestalozzi Band XVI, 5. Teil, ein dicker Wälzer von über 1000 Seiten mit den Tafeln.

Grüße, und ich forsche weiter,
Stephan
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