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von paramecium » 21. Mai 2018, 08:49
Hallo Angie,
ja, die Größe hattest Du geschrieben. Bitte nicht übel nehmen. Ich gehe von meinen eigenen Fehlern aus. So geht es mir bei den kleinen Viechern immer so, dass ich mich bei der Abschätzung der Größe immer im 25-30% verschätze, weil die so klein sind. Das ist mir erst kürzlich passiert, weswegen ich bei einer Chilodonella Art längere Zeit auf dem Schlauch stand. Erst der Messbalken neben dem Tier in einer meiner Aufnahmen brachte Klärung. Das war der kleine Unterschied zwischen 25 und 40 µm.
Charakteristisch scheint mir noch die Caudalcilie und die Zoochlorellen. Ist das eine oder mehrere Caudalcilien?
Ich würde mich, wie Du, ausgehend vom abgebildeten Wimpernkleid, zunächst auch auf die im 3. Band abgebildeten Arten, vor allem Hymenostomata beschränken. Vor allem die wichtigen Arten, die er auf der Tafel auf Seite 32 zusammenfasst. In irgendeiner Lage sollte dann aber eine mehr oder weniger große undulierende Membran sichtbar sein, das "Segel". Wenn die Individuen ruhen, dann stehen die Wimpern der undulierenden Membran gelegentlich auch still, wie bei Cyclidium. Von der Größe her würde ich wahrscheinlich zu Satrophilus, Pseudocohnilembus oder Uronema tendieren. Das Mundfeld müsste aber besser abgebildet sein.
Vielleicht hilft es uns Foissners Anmerkungen zur Verwechslung mit anderen Arten durch zu gehen und zu sehen, ob für eine dieser Arten Zoochlorellen beschrieben sind.
Kannst Du vielleicht ein paar Phako Aufnahmen einstellen?
Was die Schwierigkeit der Abbildung des Mundfeldes angeht: Manchmal blickt man gerade darauf, so dass man in eine Fokuslage oberhalb der Pellicula gehen muss, um die Wimpern im Phako oder Hellfeld zu sehen. Für manche Arten, wie Cyclidium scheint mir auch die Bewegung charakteristisch. Cyclidium steht oft still an einem Ort, um dann urplötzlich fortzuschnellen. Diese Momente kann man gut nutzen, um das Mundfeld scharf abzubilden. Ich wage aber zu sagen, dass man ohne Abbildung des Mundfeldes nicht weiter kommt. In Deiner eingestellten Abbildung mag man ein "dreieckiges" Mundfeld schon erahnen. Ich meine nämlich hinein zu deuteln, dass dieser Teil der Zelle etwas unschärfer abgebildet erscheint. Es ist aber noch zu undeutlich. Meist hilft nur geduldiges Abwarten mit einer Hand am Auslöser, der anderen am Fokustrieb, bis sich die Mundöffnung in die richtige Lage dreht, vor allem aber seitlich oder von oben erscheint.
Viel Spaß bei der Jagd nach dem einen guten Foto!
Viele Grüße
Thilo