Acanthocystis turfacea

Nackt- und Schalenamöben sowie Sonnentiere
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MartinKreutz
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Acanthocystis turfacea

#1 Beitrag von MartinKreutz » 19. Juli 2017, 19:59

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Eckhard
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Re: Acanthocystis turfacea

#2 Beitrag von Eckhard » 20. Juli 2017, 20:25

Hallo Martin,

Danke für die schönen Bilder und die Dokumentation. Die „spine scales“ oder Nadeln sind hohl, das kann man auf Deinen Aufnahmen gut erkennen. Oftmals sind die „plate scales“ oder Schuppen mit vielen Bakterien bedeckt. Von daher ist die Entdeckung der kleinen Ciliaten besonders interessant - denn meiner Kenntnis nach wirkt das Glykoprotein, das die Beute an den Axopodien anklebt, nicht Beute-spezifisch. Vielleicht haben die Ciliaten eine Immunität erlangt und leben von den Bakterien, geschützt durch den „Nadel-Wald“!

Centroheliden sind eine schlecht erforschte Gruppe. Du hast ja mal Kolonien (ich glaube R. viridis) gezeigt, in denen die Axoneme der einzelnen Zellen verschmolzen sind. In solchen Kolonien bilden die Centroheliden kleinere „Scales“. Auch scheinen manche Centroheliden manchmal „nackte“ Zellen, ohne „Scales“, bilden zu können. In Ferry’s Buch sind Centroheliden abgebildet, mit zwei „Scale Types“. Er hat das als geraubte Schuppen interpretiert. Tatsächlich scheinen aber manche Arten unterschiedliche Schuppen bilden zu können, so dass die Artbestimmung auf Basis der Schuppen nicht funktioniert.

Auf jeden Fall sind diese Sonnentierchen sehr interessant und die derzeit verfügbare Literatur hat erhebliche Lücken.

Herzliche Grüße
Eckhard

MartinKreutz
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Re: Acanthocystis turfacea

#3 Beitrag von MartinKreutz » 23. Juli 2017, 18:21

Hallo Eckhard,

Du meinst wahrscheinlich meinen Beitrag über Raphidiophys elegans:

http://www.mikro-tuemplerforum.at/viewt ... f=22&t=320

Wenn ich das nächste Mal eine Kolonie finde, werde ich die verschmolzenen Axonema mal versuchen etwas besser fotografieren.

Ja, das mit den "geklauten" Schuppen hat mir Ferry auch erzählt. Ich kann es schlecht beurteilen, ob diese Theorie korrekt ist. Die kann man eigentlich nur an einer Reinkultur prüfen, die nie mit anderen Heliozoen in Kontakt gekommen ist. Daran könnte man dann prüfen, welche Art von Schuppen von der Art tatsächlich gebildet werden können. Ich weiß aber nicht, ob es solche Art von Untersuchungen gibt. Mir scheint zumindest, dass es schon gewisse Arten gibt, die "konstant" zu sein scheinen und welche immer die gleiche Schuppenzusammensetzung zeigen (wie z.B. Acanthocystis turfacea).

Martin

Ole
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Re: Acanthocystis turfacea

#4 Beitrag von Ole » 24. Juli 2017, 19:34

Hallo Martin,

wunderbar dokumentiert - wie immer!

Ich beobachte in meinen Proben immer wieder Sonnentierchen, zwischen deren Axopodien ich inbesondere Flagellaten finde, die offenbar unbehelligt durch den Nadelwald ziehen. Möglicherweise setzt der Fangmechanismus - sofern er mechanisch getriggert wird - erst bei einer bestimmten Intensität ein. Unterhalb dieser Reizschwelle können kleine Organismen ungehindert in unmittelbarer Nähe des Sonnentieres leben, ohne gefangen zu werden. Möglicherweise eine Erklärung?

Viele Grüße

Ole

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