Hallo Martin,
um noch auf Deine ausstehenden Fragen zu antworten, da sie ja wohl nicht ohne Grund "provokant" waren ...
Zellumrisse. Sind diese so charakteristisch, das man daraus auf C. tyrolicum schließen kann?
Zumindest ist es die einzige Art dieser Größe, deren Zellrand überwiegend seichte Wellen zeigt.
C. pachydermum hat einen glatten Rand mit sehr charakteristischem Saum,
C. transitorium ist viel kleiner und eine azidophile Art. Damit ist sie für das alkalische Pillerseemoor auszuschließen. Zudem ist auch hier die Zellrand glatt.
C. incrassatum var. schmidlei hat eine vergleichbare, nämlich feinporige Zellwandstruktur, doch auch hier ist der Zellrand vollkommen glatt. Außerdem habe ich diese Alge schon unzählige Male (nur in Übergangs- und Hochmooren) gesehen und erkenne sie schon aus dem Augenwinkel.
aber haben nicht viele Cosmarien ein markantes Porensystem?
Ja, deshalb sind in Zweifelsfällen leere Zellen sehr wertvoll.
C. tyrolicum hat - wie oben schon geschrieben und auch gezeigt - feine, dicht und unregelmäßig stehende Poren.
Wichtig ist bei solchen Funden auch noch die Scheitelansicht. Bei oben gezeigten Exemplaren ist sie durchweg oval mit kaum sichtbaren Wellen. Da ich noch nie eine Abbildung der Scheitelansicht von
C. tyrolicum gesehen habe, kann ich nicht beurteilen, ob diese typisch ist.
Das einzige Merkmal, das mich im Moment noch etwas irritiert, ist die Tatsache, dass alle obigen Algen 3-5 unauffällige randliche Wärzchen an der Basis der Zellhälften zeigen. In Ruperts Zeichnungen fehlen sie. Hier die Abb. aus seiner Desmidiaceenflora, Bd. 3, S. 179:
Hast Du noch weitere Fragen?
Herzliche Grüße
Angie